Julie Emilie Spannagel

Auch als Tabea* von Hessen bekannt.

Geboren 15.08.1848 in Voerde; verstorben 19.10,1905 in Darmstadt (Schlaganfall)

Familie: Vater Eduard Spannagel, Fabrikant, verstarb im Juli 1849 infolge einer Lungenentzündung; Mutter Emilie geb. Reinhold, verst. 10.02.1877 nach häuslichem Unfall; Schwester 6 ½ Jahre älter; Bruder im Kindesalter verstorben

Wuchs als schwaches, kränkliches Kind auf. Elementarschule, danach Rektoratsschule in Voerde. Soziale Ader früh entdeckt – Unterstützung der Schulkinder und armen Menschen. Seit ihrem 10 Lebensjahr unterrichtete sie privat mehrere Bauernkinder (bis 30 Kinder) täglich in der Waschküche im Schreiben, Rechnen, Singen, Erdkunde, Geschichte.

Weitere Ausbildung in der Pension am Genfersee. 1864-65

In Berlin sei 1872, zuerst musikalisch tätig (Gesang, Klavier).

1876 – Umsiedlung nach Marburg mit Familie der Schwester und Mutter.

1879 – Gründung des Elisabethvereins (Pfarrer Kolbe, drei einflussreichen Frauen und Julie Spannagel). Barmherzigkeit an den Armen und Elenden, Pflege und Ausbildung für Kinder die leiblich und geistig benachteilig sind; mehrere sehr hohe Spenden. 19.11.1883 – Eröffnung des neuen Hauses der Stiftung. Auch Näh- und Flickverein armer Frauen und Flickschule armer Kinder.

Seit Herbst 1879 – im ihren privaten Haus mehrere Diakonissen untergebracht mit 2 Diakonissen als Hilfen. Seit 1.05.1888 Erholungsheim für Diakonissen des Elisabethstiftes aus Darmstadt – „Diakonissenheim“, später unter dem Namen „Julienstift“ bekannt

29.10.1892 – eingesegnet als Diakonisse; 13.11.1892 – Einführung als Oberin des Elisabethenstifts in Darmstadt

Pastor Distelkamp , Freund des Hauses, seit 1868 in Voerde, gab Konfirmandenunterricht Julie Spannagel. Häufig im Kontakt mit Julie Spannagel.

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*Tabea (aram. Reh) – Jüngerin, dem Heiligen Petrus nah, die die Armen und Witwen mit Kleidern versorgte (aus Apostelgeschichten).